Mario Herger

  • Schrift vergrößern
  • Standard Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Home Texte Satiremagazinblog Woche -17: Jungunternehmerförderungen & Kredite

Woche -17: Jungunternehmerförderungen & Kredite

E-Mail Drucken PDF
Benutzerbewertung: / 0
SchwachPerfekt 

Jungunternehmer"Nach dem Geldauftreiben ist vor dem Geldauftreiben".

Wenn ich was im Silicon Valley mit all den Angel Investoren und Venture Kapitalisten um mich herum gelernt habe, dann dass nach einer erfolgreichen VentureCapital-Runde sofort die nächste zu planen ist.

In zwei Wochen, wenn die Aktiengesellschaft für die Herausgabe des Satiremagazins Rappelkopf offiziell gegründet sein wird, geht es nicht nur mit Volldampf an die Arbeit, was die Produktion der ersten Ausgabe des Rappelkopf-Magazins selbst betrifft, sondern auch die Frage nach weiteren Finanzierungsquellen. Das mache ich nicht, weil ich etwa an der Profitabilität des Unternehmens zweifle, sondern weil ich möglichst rasch vorgegebene Kennzahlen (im Englischen als KPIs = Key Performance Indicators bekannt) erreichen will. Dazu muss ein gewisser Aufwand getrieben werden.


Zu den KPIs zählen beispielsweise möglichst viele verkaufte Hefte pro Ausgabe und eine zufriedenstellende Anzahl an bezahlten Werbeseiten im Heft einerseits, andererseits möglichst gering gehaltene Kosten in allen Bereichen (wie Druck, Personal, Werbung, Büro...). Hinzu kommen Erweiterung in den Verlagstätigkeiten. Das regelmässig erscheinende Magazin ist zweifelsohne das Kerngeschäft, und das wird durch das Stammkapital der Unternehmensgründungsrunde für die erste Phase abgesichert.

Aber dann geht es schon los: ein bis zwei Sonderhefte pro Jahr mit Themenschwerpunkten, einen Rappelkopf-Gimmickshop, Bücher à la "Best of Rappelkopf 2009", Relaunch des Rappelkopf-Internetauftritts usw. wollen finanziert werden und sollen das Verlagsangebot langsam erweitern. Das aus dem laufenden Cashflow zu finanzieren kann zu lange dauern und bei unvorhergesehenen Ereignissen das Magazin selbst gefährden. Das will ich unter allen Umständen vermeiden, deshalb denke ich bereits an die nächste Runde.

Welche Möglichkeiten sehe ich prinzipiell? Die folgenden vier Arten von Kapitalzufluss:

 

  1. Gesellschafter erhöhen ihre Einlagen
  2. Herausgabe von Aktien an neue Gesellschafter
  3. Aufnahme von Krediten
  4. Nicht rückzahlbare Förderungen

Wenn die Gesellschafter noch genügend Geld übrig haben und auch noch ausreichendes Vertrauen in das Unternehmen, dann kann man da anzapfen. Diese Lösung ist naheliegend vor allem dann, wenn die Gesellschafter die Kontrolle nicht abgeben und mit zusätzlichen Gesellschaftern teilen wollen. Oder wenn sich neue Geschäftsmöglichkeiten auftun, die man innerhalb der bestehenden Gesellschaftstruktur wahrnehmen will (wer sprach da von den Rechten an Fix&Foxi?). Oder wenn das Unternehmen diesen Geldzufluss zur Gesundung benötigt und jeder andere mir nur den Vogel zeigen würde. Und wer will das schon? Ich nicht...

Variante zwei ist die Ausgabe an Aktien an neue Aktionäre. Diese ist geplant, aber zu einem späteren Zeitpunkt. Nämlich dann, wenn sich das Kerngeschäft schon ein bisserl eingependelt hat und besser abschätzbar geworden ist. Ein günstiger Zeitpunkt wäre vielleicht nach dem Abschluss des ersten Geschäftsjahres. Schau mer mal!

Die Aufnahme von Krediten als Fremdkapital ist eine übliche Option, die gerade bei Firmenneugründung interessant und kostengünstig scheinen könnte. Das Problem bei Jungunternehmern mit der Bereitstellungen von Sicherheiten für die kreditgebende Bank kann bei Vorliegen eines guten (oder sagen wir besser "schlüssigen") Businessplans durch das Austria Wirtschaftsservice (AWS) umgangen werden. Dabei bürgt das AWS für bis zu 80% der Kreditsumme. Und bei Jungunternehmern ist gibt's eine Förderung von bis zu 10% der Investitionssumme (maximal €30.000).
Nebenbei gibt es noch sogenannte ERP-Kleinkredite zwischen €10.000 und €30.000, die sowohl für Neugründungen als auch Modernisierungen und Erweiterungen.

Eine interessante aber auch schwieriger zu erreichende Option ist der Erhalt von nicht rückzahlbaren Förderungen. Die Förderinitiative der Stadt Wien für Kreative namens Departure ist moment eine der mir bekannten. Seit dem Bestehen des Programmes (2004) wurden laut Angaben auf der Website 205 von 820 eingereichten Projekten mit insgesamt €14,5 Mio gefördert. D.h. 25% der eingereichten Projekte wurden gefördert, jedes Projekt erhielt im Durchschnitt etwas mehr als €70.000.
Ich glaube, dass der Rappelkopf-Verlag durchaus mit dem Kerngeschäft wie auch mit geplanten Erweiterungen dazu den Förderrichtlinien entsprechen würde. Wichtig scheint zu sein, dass das Unternehmen aber selber Finanzmittel für das eingereichte bereitstellen muss. Ich werde mich jedenfalls Anfang Juli unverzüglich an die Arbeit dazu machen.

Vielleicht ist also die beste Strategie (neben der, soviele Hefte zu verkaufen, dass sich alles selbst finanziert) eine Mischung aus mehreren. Also Jungunternehmerkredit kombiniert mit einer Förderung für die Phase 2 und Ausgabe an Aktien an neue Aktionäre in Phase 3.

Wenn alles nicht klappt habe ich mir sagen lassen, dass Lottoscheine ein heisser Tipp für Kapitalzuflüsse sein sollen. Man müsse nur lang genug eine ausreichende Menge an Lottoscheinen erwerben. Also so ca. 17.435 Jahre. Das werden wir schon schaffen - und dann werden nicht nur die Sorgen des Rappelkopf-Verlages schon lange vorbei sein…

Trackback(0)
Kommentare (2)Add Comment
0
Und wenn alles nicht klappt
geschrieben von Nina, June 18, 2009
dann engagiere ich dich als Marketingchef. So finanztechnisch kreativ, wie du bist, schaffst du es sicher, aus meiner Vermarktung genug Geld zu schlagen, dass du das Magazin mitfinanzieren kannst. smilies/wink.gif
Ne, im Ernst, bin beeindruckt, wie man sich so mit der Materie befassen und auch noch auskennen kann. Für mich ist sowas nicht vorstellbar.
0
Na na..
geschrieben von Mario, June 19, 2009
...solch ein Wunderwuzzi bin ich sicher nicht. Weder kenn ich mich toll aus, noch weiss ich, ob das der richtige Weg ist. Ich versuch's für mich zu strukturieren.
Und ich kann z.B. nicht so schön zeichnen wie Du, und so liebe Szenarien erstellen. Da bewundere ich Dich wiederum...

Kommentar schreiben
kleiner | groesser

busy
 

Populärste Beiträge

Kommentare

Meine Todo-Liste für 2011
authentic attractiveness would be the test out connected with authenti...
Gamification is Bullshit? The academic tea-pa...
authentic attractiveness would be the test out connected with authenti...
Satiremagazinblog - Das 1. Jahr Rappelkopf
Ich stehe auf bissigen Humor